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  • 21.04.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Wohnen und Leben > Arbeiten

Das wohngesunde Homeoffice

Arbeiten zu Hause liegt im Trend. Damit ihr euch zusätzlich zur Arbeit nicht gleich auch noch Schadstoffe in die Wohnung holt oder Rückenschmerzen bekommt, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

Laserdrucker und Multifunktionsgeräte

Laserdrucker oder Laser-Multifunktionsgeräte, können im Betrieb atemwegreizendes Ozon und Tonerpartikel freisetzen, die möglicherweise krebserregend sind. Während man das Ozon weglüften kann, kann von den Tonerpartikeln eine deutliche Gesundheitsgefahr ausgehen. Im Betrieb kann man dies mit einem auf die Lüftungsöffnung geklebten Nachrüstfilter zurückhalten. Aufpassen solltet ihr beim Wechseln der Kartuschen. Also vorsichtig zu Werke gehen und Tonerreste nicht aufwirbeln. Lieber mit einem feuchten Lappen wegwischen, der dann entsorgt wird. Idealerweise steht der Laserdrucker, der Kopierer oder das Multifunktionsgerät in einem gesonderten, nicht benutzten Raum. Das ist aus Platzgründen oft schwierig, sorgt aber für mehr Bewegung am Heimarbeitsplatz ;-). 

Dynamik beim Sitzen

Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Volkskrankheiten. Oft ist zu viel und falsches Sitzen der Grund. Auch im Homeoffice sitzt man oft länger, als man denkt. Und das oft auf Stühlen, die halt noch übrig sind oder vielleicht gut aussehen, sich aber für die Arbeit am Schreibtisch kaum eignen. 

Ein guter Arbeitsstuhl ermöglicht laut den Experten der Arbeitsgemeinschaft gesunder Rücken AGR eine hohe Dynamik beim Sitzen. Eine bewegliche Sitzfläche bietet dabei so viele Sitzvarianten wie möglich. Mindestens eine so genannte Synchronverstellung der anatomisch geformten Sitzfläche und eine Rückenlehne, bei der sich die Sitzfläche beim Zurücklehnen nach hinten neigt sollte euer Stuhl haben. Gut ist auch, wenn das Becken gegenüber dem Oberkörper mindestens um 110 Grad nach vorne kippen kann. Dann nehmen wir automatisch eine aufrechtere Haltung ein. Noch besser sind "wackelnde" Sitzflächen, die sich nicht nur nach vor und nach hinten sondern auch zur Seite neigen. So wird die natürliche Ausgleichsbewegung des Rückens verstärkt und die Muskeln trainiert. Ich durfte den Effekt am eigenen Körper erfahren: Jahrelang hatte ich immer wieder Rückenschmerzen. Als ich mir dann einen dieser "wackelnden" Bürostühle gekauft habe, hatte ich erst mal Muskelkater im Rücken. Aber seitdem habe ich so gut wie keine Probleme mehr. Denn nur wenn die vielen Muskelstränge im Rücken während des Sitzens trainiert werden, können sie unsere Wirbelsäule stützen. Natürlich sollte der Stuhl höhenverstellbar und gefedert sein, auch der Druck der Lehne sollte sich regulieren lassen, auch die Sitztiefe muss passen beziehungsweise anpassbar sein. Wer also länger als nur eine Stunde am Tag im Heimbüro zugangen ist sollte sich nach entsprechenden Sitzmöbeln umschauen. Auch hier gilt: Die Ausgabe ist zwar recht hoch, aber sie lohnt sich. 

Es muss übrigens kein Stuhl im ursprünglichen Sinn sein. Auch "Aktivsitzmöbel" ohne Lehne sind geeignet. Sie orientieren sich am Prinzip des Pezziballs. Wer schon mal auf einem dieser Gymnastikbälle gesessen hat, merkt wie anstrengend eine solche freie Haltung im ersten Moment ist. Auch solche Aktivsitzmöbel sollten höhenverstellbar und gefedert sein. Ob Sitzen völlig ohne Lehne auf Dauer angenehm ist, muss jeder selbst entscheiden. Manchmal hilft es auch zwischen zwei Sitzgelegenheiten zu wechseln.

 

PC-Arbeitsplatz richtig einrichten

Meistens sitzt man am Schreibtisch stundenlang vor dem Rechner. Deshalb sollten Sitz und Tisch zur Körpergröße passen und richtig eingestellt sein. Ich arbeite seit Jahren an einem größeren höhenverstellbaren Bildschirm (24 Zoll). Das hat sich aus meiner Sicht bewährt: Der Blick auf den 50 bis 80 Zentimeter von den Augen entfernte Monitor ist etwa 30 Grad nach unten geneigt, Die Oberkante des Bildschirms befindet sich etwas unterhalb der Augenhöhe. Unterarme und Oberarme bilden einen 90 Grad-Winkel und liegen entspannt auf einer ergonomischen, gesonderten Tastatur und Maus, die sich per Bluetooth mit dem Rechner verbindet.Ich habe mindestens schon sechs verschiedene Tastaturen "durchgeschrieben". Den besten Kompromiss zwischen Bezahlbarkeit und Ergonomie bildet für mich das Microsoft Sculpt Comfort Keyboard. Die Ausgabe von etwa 70 Euro für das ergonomische Eingabegerät lohnt für Vielschreiber wie mich, denn Laptoptastaturen oder gar Tastaturen von Tablets sind eine Garantie für  Verspannungen und Rückenschäden. Auch nicht zu unterschätzen: Armlehnen am Bürostuhl, die nicht zu hoch eingestellt sind. Die Füße stehen vollflächig auf dem Boden, die Knie sind zu 90 Grad abgewinkelt. Wichtig, gerade bei den oft ziemlich kleinen Schreibtischen zuhause: ausreichen Platz unter dem Tisch für die Beine.

Rückenfreundlicher Arbeitsplatz c AGR
(c) Arbeitsgemeinschaft Gesunder Rücken

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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