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  • 15.05.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Wohnen und Leben > Küche

Dunstabzug: Abluft ist besser

Das wichtigste Gerät für eine gute Luft in der Küche und oft auch im Wohnraum ist die Dunstabzugshaube. Häufig wird darüber gestritten, ob Umluft oder Abluft besser ist. Ich habe mir aus diesem Anlass mal die Testergebnisse der Stiftung Warentest angeschaut. Das Ergebnis ist eindeutig.

„Wer kann, sollte seine Dunstabzugshaube mit Abluft betreiben. Umluft ist nicht nur lauter, es bleiben auch mehr Fett, Gerüche und Feuchtigkeit in der Küche“, lautet das unmissverständliche Fazit der Warentester in der Zeitschrift „test“ Ausgabe 3/2016. Geprüft wurden 21 Dunstabzugshauben von 100 bis 2.000 Euro, jeweils im Abluft- und im Umluftbetrieb.

Die Reinigungsleistung im Umluftbetrieb ist nur bei einem Hersteller gut, alle anderen Modelle reinigen den Wrasen, so heißt der Fachbegriff für den Kochdungst, allerhöchstens befriedigend. Sprich bei Umluft verteilen sich Gerüche, Schadstoffe und Fett in der Wohnung. Ich habe mal die Durchschnittsnoten bei diesen Disziplinen ermittelt, wohlgemerkt wurde immer das gleiche Gerät getestet, einmal mit Umluft, einmal mit Abluft. Bei Umluft sind sie Teilergebnisse deutlich schlechter, was sich auch auf die Gesamtnote bei Stiftung Warentest auswirkt. Im Abluftbetrieb liegt der Klassendurchschnitt bei 2,6, im Umluftbetrieb ist er mit 3,2 mehr als eine halbe Note schlechter . Bei einzelnen Geräten sind die Unterschiede noch größer, teilweise aber auch kleiner. Ganz wichtig: Beim Kochen entsteht reichlich feuchte Luft. Die wird bei Umluftbetrieb gar nicht entsorgt und kann zu gesundheitsschädlichem und hässlichen Schimmelwachstum beitragen. Und nicht zuletzt: Umluft ist lauter. Das ist ja auch kein Wunder, denn die Luft strömt ja wieder in den Raum zurück und muss zudem durch die Filter gepresst werden. 

1 Noten gesamt

(c) Baublog.de Daten: Stiftung Warentest, eigene Berechnungen

Umluft ist teurer

Umluft hat hohe laufende Kosten für die notwendigen Filter zur Folge. Zwischen 10 und rund 300 Euro pro Jahr kostet Umluft mehr als Abluft, wenn die Filter nach Herstellerempfehlung getauscht werden, so die Ergebnisse der Stiftung Warentest. Teilweise schon nach vier Monaten muss man die Filter austauschen. Im Mittel aller Geräte kostet Umluft pro Jahr knapp 100 Euro, Abluft Null. Dafür sind bei Abluft einmalige Zusatzkosten für den Kanal und den Mauerkasten nötig. Die werden aber rasch durch die niedrigeren Betriebskosten amortisiert.

2 Kosten

(c) Baublog.de Daten: Stiftung Warentest, eigene Berechnungen

Was ich auch ganz interessant finde: Die maximale Luftfördermenge als wichtiges Leistungsmerkmal fällt im Umluftbetrieb deutlich ab, teilweise beträgt das Minus mehr als 40 Prozent.

3 Luftfoerdermenge

(c) Baublog.de Daten: Stiftung Warentest, eigene Berechnungen

Das Argument Energieverlust ist keines

Vor allem bei Effizienz- und Passivhäusern wird Abluft von Architektenund Küchenplanern häufig abgelehnt. Das Argument, dadurch werde die gedämmte und luftdichte Gebäudehülle gestört wird. Eine Lösung für das Problem bietet zum Beispiel die COMPAIR® THERMOBOX von Naber. Die stelle ich hier vor. Das Teil ist BlowerDoor geprüft, sprich im geschlossenen Zustand gibt es so gut wie keine Leckagen, die zu einem zusätzlichen, unkontrollierten Luftaustausch im Gebäude führen. Auch das Argument, dass über eine Ablufthaube zu viel Wärmeenergie verschwendet wird, zieht meiner Ansicht nach nicht. Denn wenn man die von Stiftung Warentest ermittelten schlechten Reinigungsergebnisse im Umluftbetrieb anschaut, müssen Gerüche, Fettdünste und vor allem die Feuchtigkeit anderweitig abgelüftet werden. Man muss also häufiger über die Fenster stoßlüften oder bei der Lüftungsanlage höhere Luftwechselraten einstellen. Energetisch dürfte es mehr oder weniger auf das Gleiche rauslaufen. Auch der Hersteller Miele empfiehlt, bei Umluft über die Fenster zu lüften. Wer ausgiebig kocht, kann diese Empfehlung gut nachvollziehen.

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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