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  • 20.06.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Renovieren > Haustechnik

Energieverluste bei Abluft-Dunstabzugshauben verringern

Ablufthauben in der Küche sind für gesünderes Wohnen ein echter Vorteil. Gegen ungewollte Energieverluste auch bei Effizienzhäusern gibt es Abhilfe.

Bei der Küchenplanung steht auch die Frage Ablufthaube oder Umlufthaube an. Oft empfehlen Küchenverkäufer, aber auch Architekten, die Umlufthaube. Vor allem weil sie einfacher zu installieren sei. Dabei sind Umlufthauben weniger effizient, lauter und teurer als Modelle im Abluftbetrieb. Zudem bleiben Gerüche, feuchte Luft und auch Schadstoffe, die beim Kochen entstehen, in der Wohnung. Zu welchen Ergebnissen die Stiftung Warentest in dieser Frage kommt, habe ich hier zusammengefasst.

Gerade bei Effizienzhäusern mit hohem Energiesparstandard besteht die Befürchtung, dass durch die Ablufthaube zu viel Heizenergie verloren geht. So war das auch bei uns. Als die alte, hässliche Plastikjalousie an der Außenwand endgültig ihren Geist aufgegeben hatte, war das eine gute Gelegenheit, das ärgerliche Problem endlich zu beheben. Denn die Auswirkungen der undichten und lärmenden Klappe im Mauerkasten (das ist das Rohr in der Wand, an das die Dunstabzugshaube angeschlossen wird) waren deutlich spür- und hörbar. Normale Mauerkästen mit ihren einfachen Klappen lassen tatsächlich kalte Luft von draußen rein, auch wenn die Dunstabzugshaube nicht läuft. Das habe ich auch bei unserer Dunstabzugshaube gemerkt. Und wenn starker Wind weht, konnte man spüren, dass es einen Luftzug gibt. Besonders im Winter war das ärgerlich.

Fündig geworden bin ich bei der THERMOBOX des Küchentechnikspezialisten Naber. Das eher unscheinbare Teil lässt sich auch nachträglich ziemlich einfach einbauen. Erhältlich ist sie sowohl mit 125 als auch in 150 Millimeter Durchmesser. Das müsste für die meisten Rohrsysteme passen. Die Wirkungsweise ist so einfach wie genial: Drei hintereinander angeordneten, dicht schließenden Klappen bilden in geschlossenem Zustand zwei Kammern, in denen die Luft eingeschlossen wird. Und da Luft Wärme schlecht leitet, dämmt die THERMOBOX laut Angaben des Herstellers bis zu 20 Mal besser als normale Mauerkästen. Wer es genau wissen will: Der U-Wert beträgt 2,2 W/m²K.

Thermobox 2

Thermobox 1

 

 

 

Da klappert nix mehr

Positiv finde ich auch, dass auch bei starkem Wind nix klappert. Dafür sorgen kleine Magnete, die die Flügel in geschlossenem Zustand festhalten. Die Thermobox ist mit einem Unterdruckmessgerät, einer sogenannten Blower-Door, geprüft und wirklich luftdicht. Da kommt also auch bei starkem Wind keine Luft von außen nach innen und umgekehrt. Wie das genau funktioniert zeigt das Herstellervideo unter dem Text.

Eingebaut wird die Thermobox ganz einfach von außen. Dazu nehmt ihr die Abdeckung ab und entfernt eventuelle Klappen. Das Innere des Rohres solltet ihr von Fett und Schmutz reinigen. Wichtig ist, dass die Achse der Flügel senkrecht steht. Mitgeliefert wird ein Dichtband. Außen spiralförmig auf die Thermobox aufgeklebt, sorgt es dafür, dass alles dicht ist und nix verrutscht. Werkzeug braucht ihr dafür keines. Das ist aber alles in der Montageanleitung erklärt. Bei mir hat das Ganze etwa eine halbe Stunde gedauert. Die ersten Erfahrungen sind wirklich positiv: Die Klappen öffnen und schließen zuverlässig. Soweit ich das beurteilen kann, läuft die Haube jetzt etwas leiser und saugt auch besser ab. Das hängt wahrscheinlich mit der alten Plastikklappe zusammen, die vorher drin war. Diese setzte der ausströmenden Luft wohl mehr Widerstand entgegen als die Thermobox. Ein angenehmer Nebeneffekt: Geräusche von der Straße sind jetzt gefühlt etwas leiser als vorher.

 

Thermobox 3

 

Thermobox 4

Damit das Ganze auch von außen gut aussieht, habe ich unsere gammelige Plastikjalousie durch eine schicke und stabile Compair-Edelstahljalousie, ebenfalls von Naber, ersetzt. Die wird einfach in das Rohr eingeschoben. Nach oben habe ich sie mit etwas Acryldichtmasse abgedichtet, damit kein Regenwasser zwischen Wand und Gehäuse läuft. Das schräge Leitblech am unteren Ende sorgt dafür, dass die fettige Abluft von der Wand weggeleitet wird und nix verdreckt. Jetzt bin ich mal gespannt auf den nächsten Winter. An der Heizkostenrechnung wird man das nicht ablesen können. Dafür ist der Effekt insgesamt zu klein. Ob die kalte Luft, die manchmal durch die Abzugshaube rein kam, jetzt draußen bleibt, kann man aber sicherlich feststellen.

Hinweis: Das Material wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt. 

 

 

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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