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  • 02.06.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Ausbauen & Anbauen > Dach > Dämmen & Dichten

Häufige Fehlerquelle: Luftdichtung im Dachgeschoss

Einen Dachgeschossausbau kann man gut selbst in die Hand nehmen. Häufig übersehen wird die Bedeutung der Luftdichtung. Das geht auch Profis so. Hinschauen und Sorgfalt lohnt sich.

Die Dämmung des Daches haben die meisten Heim- und Handwerker beim Dachausbau im Blick. Doch dazu gehört auch die Luftdichtung der Konstruktion. Denn die ist nicht nur für den Wärmeschutz wichtig, sondern verhindert auch Bauschäden. Zudem erhöht sie den Wohnkomfort.

Luftdichtigkeitsbahn oder OSB-Platte einbauen?

Generell verhindert die Luftdichtheitsebene, dass die Dämmung von innen nach außen mit warmer und damit feuchter Luft aus dem Innenraum durchströmt wird. Denn eine Dämmung wirkt nur, wenn sie luftdicht abgeschlossen ist. Ein Wollpulli hält bei Wind nur bedingt warm. Ziehen wir eine Jacke darüber, steigt die Wärmeleistung enorm. Genauso ist bei der Dachdämmung. Neben dem Wärmeverlust besteht bei fehlender oder schlecht ausgeführter Luftdichtung die Gefahr, dass die feuchte Luft aus dem Innenraum in der kälteren Dachkonstruktion. Langfristig führt das zu Bauschäden am Dachstuhl und zu gesundheitsgefährdendem Schimmel.

Diese Funktion können prinzipiell auch an den Stößen abgeklebte Holzwerkstoff- oder Gipsfaserplatten übernehmen. Leistungsfähiger sind spezielle, feuchtevariable Folien und die passenden Verbindungsmittel wie Kleber und Dichtbänder. Normale PE-Folien lassen so gut wie keine Feuchtigkeit durch. Das kann zu Problemen führen. Etwa wenn Feuchtigkeit baubedingt in die Dachkonstruktion eindringt oder durch unvermeidbare Restleckagen warme, feuchte Innenraumluft in der Konstruktion kondensiert. Besser sind so genannte feuchtevariable Dampfbremsen, die im Winter dichter sind und im Sommer Feuchtigkeit passieren lassen. Solche „intelligenten“ Luftdichtungsbahnen mit ihrem feuchtevariablem Diffussionswiderstand (sd-Wert) haben deutliche Vorteile gegenüber dampfsperrenden Produkten wie einfachen PE-Folien oder Produkten mit festem sd-Wert. Im Winter sind sie dichter und schützen die Wärmedämmkonstruktion vor Feuchtigkeit. Im Sommer können sie bei Bedarf hoch diffusionsoffen werden. So bieten sie neben dem definierten Feuchtedurchgang ein deutlich höheres Rücktrocknungspotenzial. Selbst wenn eine größere Menge Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangen sollte, könnte diese bei entsprechenden raumklimatischen Bedingungen sehr schnell abtrocknen. Bauschäden und Schimmel werden so sicher vermieden.

Gute Luftdichtung, guter Komfort

Ein unkontrolliert hoher Luftwechsel senkt die relative Feuchte der Raumluft deutlich ab. Kurz gesagt es zieht! Die Folge dauerhaft trockener Luft sind gereizte Schleimhäute, Atemwegsbeschwerden und trockene Augen. Die Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege ist erhöht. Wird deswegen nicht oder unzureichende gelüftet, kann die Luft im Dachgeschoss sehr hohe Luftfeuchte haben, zum Beispiel im Bad und angrenzenden Räumen. Dies kann den Organismus belasten. Die hohen Luftgeschwindigkeiten werden ebenso als unangenehm empfunden wie hohe Wärmeeinträge, die im Sommer durch eine undichte Gebäudehülle verstärkt werden, und zu unkomfortablen Temperaturen im Gebäude führen. In Einzelfällen können auch Stäube und Fasern aus Dämmstoffen durch Undichtigkeiten in den Innenraum gelangen.

Rechtzeitig planen, sauber ausführen

pro clima Rohranschluss

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Wichtig ist, dass ihr rechtzeitig überlegt, wo und wie die Luftdichtung eingebaut wird. Einfach mal so zu starten führt meistens zu Pfusch. Eventuell könnt ihr dazu einen versierten Handwerker oder einen Architekten fragen. Vor allem im Altbau gibt es häufig schiefe und raue Wände, an denen die Folie nur mit dem passenden Material gut verklebt werden kann. An kniffeligen Stellen wie durchführenden Balken, engen Stellen oder Rohr- und Kabeldurchführungen solltet ihr euch das vorher genau anschauen. Eine gute Quelle dafür sind zum Beispiel die Infos des Luftdichtungsspezialisten pro clima und das gemeinnützige Projekt wissenwiki. Hier bekommt ihr auch gezeigt, wie man mit flexiblen Manschetten, die genau über die jeweiligen Rohre und Kabel passen, die Arbeit vereinfacht und das Ergebnis verbessert.

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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