(c) Lehmkuhl

  • 05.05.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Neubau > Bauweise > Massivbau

Massiv wohngesund

Massiv, also aus Steinen gemauerte, Häuser bieten gute Voraussetzungen für gesünderes Bauen und Wohnen. Ein paar Dinge sollten aber beachtet werden.

Als "massiv gebaut" versteht man im Ein- und Zweifamilienhausbereich Häuser, die aus Mauerwerksteinen errichtet werden. Insgesamt dominiert diese Bauweise den Markt, deutschlandweit sind es etwa vier von fünf Gebäuden, die auf diese Weise gebaut werden. Dabei gibt es regionale Unterschiede: In Baden-Württemberg hat die Holz-Fertigbauweise zum Beispiel einen Anteil von immerhin etwa 30 Prozent. Im Norden dominiert dagegen der Massivbau noch deutlicher als im Durchschnitt. 

Nur wenige zertifizierte Produkte

Die wichtigsten mineralischen Baustoffe, die zum Einsatz kommen, sind Ziegel, Porenbeton, Kalksandstein und Leichtbeton. Eigentlich gehört auch noch Beton dazu, den lasse ich in dieser Betrachtung aber mal außen vor. Generell bieten mineralische Baustoffe eine gute Grundlage für gesünderes Bauen. Da machen die genannten Steine keine Ausnahme. Vom Prinzip her sind die Ausgangsmaterialien schadstoffarm, auch in der Verarbeitung kommen keine oder wenige Zusatzstoffe zum Einsatz, die theoretisch Probleme bereiten können. Trotzdem ist die Zahl der Hersteller, die ihre Produkte von ernstzunehmenden Labeln auf Schadstoffe überprüfen lassen, in Deutschland ziemlich gering. In den Nachbarländern wie Österreich oder Belgien hat man da deutlich mehr Auswahl, obwohl es sich im Prinzip um die gleichen Produkte handelt. Das lässt sich zum Beispiel an den von natureplus geprüften Mauerwerksteinen ablesen. Eine Ausnahme machen da zum Beispiel die mit Perlite gefüllten Ziegel von Schlagmann. Darüber hinaus gelten natürlich auch hier die grundsätzlichen Überlegungen zum gesünderen Bauen.

Lüftungsmanagement auf der Baustelle

In den letzten Jahren habe ich zahlreiche gelungene Projekte kennengelernt, die massiv und wohngesund gebaut wurden. Eine kleine Auswahl habe ich unten in die Bilderleiste gestellt.
Auf einen Punkt solltet ihr aber achten: Mit dem Mörtel, dem Beton für die Decken, teilweise den Steinen selbst sowie dem häufig verwendeten Nassestrich gelange oft hunderte Liter Wasser ins Haus. Da heute Rohbauten nicht mehr monatelang austrocknen sondern vielmehr rasch mit Fenstern und Türen nahezu luftdicht gemacht werden, muss diese Feuchtigkeit auf anderem Weg aus dem Haus raus. Täglich mehrfach Lüften heißt die Devise, sollen Feuchtigkeitsschäden und gesundheitsgefährdender Schimmel vermieden werden. Da den (ständig wechselnden) Handwerkern nur selten jemand erklärt, warum und wie sie lüften sollen, kümmert man sich als Bauherr (wenn möglich) am besten selbst darum. Zwei bis drei Mal pro Tag Stoßlüften oder morgens die Fenster öffnen und abends wieder zumachen kann zeitlich allerdings ziemlich aufwendig sein. Vor allem wenn man nicht in der Nähe wohnt. Die Feuchte im Haus kann man mit einem einfachen Hygrometer kontrollieren. Eine Alternative ist, das Lüften in den Architekten- oder Bauvertrag reinzuschreiben. Dann sind zumindest die Verantwortlichkeiten geklärt.
Bei dauerhaft schlechtem Wetter, drängendem Einzugstermin oder einfach sehr viel Feuchte im Haus sind elektrische Bautrockner oft der letzte Ausweg. Aber auch deren Auffanggefäße muss man regelmäig leeren, sonst schalten sich die Geräte ab.    

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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