Foto: SHI/ Nikolaus Herrmann

  • 27.03.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Neubau > Bauweise > Holzbauweise

Ein wohngesundes Holzhaus bauen. Folge 1

Ein Haus bauen. Das sind Hoffnung, Träume, Abenteuer. Aber auch viele, viele Überlegungen und Entscheidungen. Und da die meisten nur einmal im Leben bauen, beginnt dieses Vorhaben jedes Mal von neuem. Auf Baublog.de begleitet ihr Baufamilien, Paare und alle anderen Bauherren. So wie Familie Nothelfer.

Die Entscheidung für ein gesünderes Zuhause

Wer ein neues Zuhause plant, denkt über Räume nach, die Ausstattung und die Form. Auch die Nothelfers. Die fünfköpfige Familie aus dem Badischen hatte endlich ein passendes Grundstück am Rande ihres Wohnortes gefunden. Leichte Hanglage, mit schönem Blick. Weil beide Eltern im Gesundheitsbereich tätig sind, steht neben vielem anderem auch das Thema Gesundes Wohnen auf dem Plan. Nicht zuletzt, weil sie für ihre drei Kinder eine gutes und gesundes Wohnumfeld wollen.

Da traf es sich gut, dass das Sentinel Haus Institut nicht weit entfernt ist. Das Unternehmen hat ein Konzept entwickelt, mit dem sich Schadstoffe aus Bauprodukten und ihrer Verarbeitung so weit minimieren lassen, dass sie auch nach strengsten Kriterien kein Problem mehr darstellen. Das gilt für gesunde Menschen, die gesund bleiben wollen, wie Familie Nothelfer. Kurz gesagt, setzt das Konzept aus drei Bausteinen zusammen: Der Auswahl von Baustoffen, die nur sehr wenige Schadstoffe abgeben, dem gewissenhaften Einbau und der Verarbeitung, durch die ebenfalls Schadstoffe vermieden werden und einer abschließenden Kontrolle durch eine Schadstoffmessung. Dazu hier mehr.

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Gestatten: Familie Nothelfer    Foto: Privat

Die Planung

Bevor der Bagger seine Schaufel in die Erde gräbt, ist natürlich viel Nachdenken und Planen angesagt. Das haben hier der Bühler Architekt Günter Weil für die Entwurfsplanung und das Herbolzheimer Unternehmen Elztal Holzhaus übernommen.

So soll das Haus mal aussehen: Angepasst an die Hanglage und mit Blick auf die schöne Umgebung.

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(c) Architekt Günther Weil

Die wichtigsten Fakten sehen so aus:

  • Einfamilienhaus
  • mit Einliegerwohnung und Carport
  • Anzahl Vollgeschosse: 2
  • Bauweise: Holzrahmen
  • Nutzfläche: ca. 220m²

 

Baustart: Es geht los!

Endlich ist es soweit. Das Erdbauunternehmen hat einen Bagger geschickt und der legt auch gleich mächtig los. Der sandig-lehmige Boden in der Rheinebene bereitet keine Probleme, sodass die Baugrube schon nach kurzer Zeit fertig ausgehoben und die Zufahrt für die Anlieferung und die Aufstellung des Krans geschottert ist. Ein toller Platz zum Rennen.

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Leitungen und Keller

Und gleich in den nächsten Tagen ging es weiter: Bevor man so richtig was sieht vom Haus, waren erst einmal die Leitungen fürs Abwasser dran. Dann folgte der Keller, zum Hang hin betoniert und mit XPS-Hartschaum gedämmt. Zur "Talseite" wurde der Keller gemauert aus Poroton-Ziegeln. Denn da das Kellergeschoss teilweise auch zum Wohnen gedacht ist, wollten die Nothelfers keine Betonwände. Denn die Ziegel aus dem Naturmaterial Ton wirken sehr ausgleichend auf das Wohnklima, weil sie Feuchtigkeitsspitzen abpuffern und die Feuchte dann wieder abgeben können. Spätestens als dann die Kellerdecke betoniert ist, war auch klar, warum sich die Nothelfers für dieses Grundstück entschieden haben. Die Aussicht nach Norden und Osten auf den Schwarzwald und in Richtung Westen nach Frankreich sowie über den Ort ist einfach klasse!

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Im Abbundwerk

Das Haus entsteht in Holzrahmenkonstruktion. Doch was ist das genau? Und wie entsteht das alles? Das wollte Bauherr Markus Nothelfer genau wissen und hat das Abbundwerk Rombach besucht. Auf riesigen Montagetischen werden hier die einzelnen Wandelemente millimetergenau produziert. Die Innenverkleidung erfolgt übrigens mit Fermacell Gipsfaserplatten. Die sind auf ihre guten gesundheitlichen Eigenschaften hin geprüft. Von daher sind sie eine gute Alternative zu den sonst häufig eingesetzten OSB-Platten, deren gesundheitliche Qualität von den Herstellern nicht durchgehend mit unabhängigen Zertifikaten belegt werden konnte. Probleme sind Aldehyde, die durch die im Herstellungsprozess entstehenden hohen Drücke und Temperaturen bei harzreichem Holz entstehen können. Ausdrücklich können und nicht müssen! Aber um auf Nummer sicher zu gehen, haben sich die Nothelfers für die Gipsfaserplatten von Fermacell entschieden. Die gibt es übrigens auch in einer greenline-Ausführung. Deren Beschichtung mit Keratin verhilft ihnen übrigens zu schadstoffabbauenden Eigenschaften. Gut, wenn zum Beispiel in einem Gebäude zu hohe Formaldehydemissionen vorhanden sind. Aber auch in einem Neubau, der hohe gesundheitliche Qualität haben soll, sind die Platten eine gute Wahl.

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Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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