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  • 18.07.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Gesünder Bauen > Schadstoffe

Krank durch Radon? Messgeräte geben Hinweise.

Bislang ist Radon ein vielfach unbeachtetes Thema, obwohl rund 1.900 Menschen daran sterben - jedes Jahr, nur in Deutschland! Das liegt auch daran, dass der durch die Zerfallsprodukte des Gases hervorgerufene Lungenkrebs oft erst nach Jahrzehnten auftritt. Hier erfahrt ihr mehr über Radon, seine Gefährlichkeit und die Regionen, in denen besondere Aufmerksamkeit nötig ist. Denn das radioaktive Edelgas Radon ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Ich habe hier die Möglichkeiten aufgeführt, wie man die Radonkonzentration zuhause messen kann. Das ist nicht teuer, einige Dinge sollte man aber beachten.

Radon dringt vor allem aus dem Boden in undichte Keller ein und sammelt sich dort. In unseren Häusern herrscht oft ein leichter Kamineffekt, der durch die wärmere Luft in den oberen Geschossen gegenüber dem Keller hervorgerufen wird. Das Radon wird dadurch in das Erdgeschoss und eventuell auch in die Obergeschosse gesaugt.

Wie kann ich herausfinden, ob ich in einem Radon-Gebiet lebe?

Beim Bundesamt für Strahlenschutz gibt es entsprechende Karten. Die sind allerdings nicht besonders genau. Einige Städte wie Dresden, Hagen, Iserlohn oder Wuppertal haben eigene, detaillierte Radonkarten erstellen lassen. Auch das Land Sachsen verfügt über relativ genaue Daten. Am besten fragt man beim Bauamt der Stadt oder des Landkreises nach oder wendet sich gleich an das Geologische Landesamt. Wichtig! Auch wenn euer Landkreis oder euer Ort auf sochen Karten als "radonverdächtig" auftaucht, ist das kein Grund zu Panik. Erst eine individuelle Messung bei euch im Haus gibt genauere HInweise, ob eine Belastung vorliegt und wie stark diese ist!

Wie kann ich Radon messen?

Je länger eine Radonmessung läuft, umso genauer sind die Ergebnisse. Eine erste Übersichtsmessung sollte mindestens vier Wochen dauern, besser sind drei Monate. Danach kann man schon gut beurteilen, ob weitere Messungen sinnvoll sind. Eine genauere Überprüfung dauert ein Jahr. Eine gute und preiswerte Möglichkeit für eine erste Einschätzung ist, ein elektronisches Gerät auszuleihen. Das Sentinel Haus Institut bietet hierzu einen günstigen Verleihservice an.

radonmessgerät

 

Elektronische Dosimeter eignen sich gut, um eine erste Einschätzung zur Belastung zu bekommen. Allerdings sollte man die Messung mindestens über drei Monate durchführen. (c)Sentinel Haus Institut

 

Wann und wo sollte man Radon messen?

Experten empfehlen, in der Heizperiode zu messen, weil dann der oben genannte Kamineffekt aus dem Keller am stärksten ist. Das Messgerät sollte fest an einem Platz in einem Raum aufgestellt werden, der regelmäßig benutzt wird. Am besten das Schlafzimmer oder das Wohnzimmer. Gut ist ein Ort, an dem es nicht zieht. Also nicht auf der Fensterbank oder neben einer Tür. Genaues steht in der Messanleitung, die man zu dem Gerät erhält. Falls ihr die Messung nicht selbst macht, sondern jemanden ins Haus holt, solltet ihr darauf achten, dass das Gerät kalibriert ist. Sonst könnte es falsch messen. Die Kalibrierung soll nicht älter als zwei Jahre sein, zu erkennen an dem Aufkleber am Gerät.

 

Radon im Haus! Was tun?

Vor allem keine Panik entwickeln! Radon ist zwar gefährlich, entfaltet seine Wirkung in Wohnhäusern erst über Jahrzehnte. Als erste direkte Abhilfe kann man einfach häufiger und intensiver lüften. Das ist natürlich keine Dauerlösung. Als nächstes kann man die Messungen fortsetzen und auf weitere Räume ausdehnen. Das geht auch mit passiven Dosimetern. Das sind kleine Dosen, die man auslegt und nach Ende der Zeit zur Auswertung einschickt. Hier findet ihr Stellen, bei denen man die Messgeräte samt Auswertung bekommt. Die Messstelle sollte zertifiziert oder vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannt sein.

Den Kurzzeitmesswert sollte man auch nicht überbewerten. Entscheidend ist der Jahresmittelwert, der in der Regel unter dem Kurzzeitwert liegt. Auch sollte man nicht übereilt teure Sanierungsmaßnahmen aus der Kurzzeitmessung ableiten oder sich von unseriösen Anbieter zu so etwas drängen lassen. Besser ist es, nach Eintrittsquellen ins Haus zu suchen und sich weiter zu informieren. Auch hierzu bietet das Sentinel Haus Institut eine kompetente Beratung an. 

 

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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Kommentare

Peter Marthaler sagt:

Gute Information zum Thema radon findest Du auf der Web-Site https://bauhygiene.ch/radon


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