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  • 04.04.2017
  • Dr. Walter Dormagen
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Gesünder Bauen > Schadstoffe

Immobilienkauf: Mit welchen Schadstoffen man rechnen muss

Beim Kauf eines Gebäudes sollten Sie sich auf jeden Fall vorher vergewissern, ob in dem Gebäude Schadstoffe vorhanden sind. Dafür gibt es wichtige Gründe: Denn Schadstoffe können bei der Nutzung zu Gesundheitsgefährdungen führen. Zusätzlich können hohe Kosten die Folge sein, da bei späteren Arbeiten im Zweifelsfall die Preise für die Handwerker wegen aufwändiger Arbeitsschutzmaßnahmen und hoher Entsorgungskosten sehr hoch ausfallen.

Ein weiterer gewichtiger Punkt fürs genaue Hinschauen (lassen) hinsichtlich Schadstoffen vor dem Kauf eines Gebäudes ist finanzieller Natur. In schlimmen Fällen können die Sanierungskosten für schadstoffbelastete Materialien den Wert des Gebäudes sogar übertreffen. Zum Beispiel, wenn das Holzständerwerk in einem Fachwerkhaus in den 1970er Jahren komplett mit Holzschutzmitteln behandelt wurde.

Die wichtigsten Schadstoffe

Die Schadstoffe, die bevorzugt in den Vergangenheit in Gebäuden verarbeitet wurden, sind heute größtenteils verboten. Eine Gefahr für die Gesundheit sind Asbest, Teerprodukte, Polychlorierte Biphenyle (PCB), Holzschutzmittelwirkstoffe wie z.B. Pentachlorphenol (PCP) und Lindan und Glas-, Stein- und Schlackenwollen, die vor 2001 eingebaut worden sind.

Anhand des Baujahrs des Gebäudes kann man in etwa eingrenzen, mit welchen Schadstoffen man rechnen sollte.

Schadstoff Einbauzeit1 Beispielhafte Fundorte
Asbesthaltige Produkte bis 1995 Fassadenverkleidungen, Asbestzementdachabdeckungen, Nachtspeicherheizungen
Teerprodukte Alte Bundesländer bis Anfang 1970er Jahre; neue Bundesländer bis 19912 Parkettkleber, Abdichtungsmassen und -farben
Polychlorierte Biphenyle (PCB) Bis Mitte der 1980er Jahre Dehnungsfugen, Anstriche
Holzschutzmittel mit den Wirkstoffen Pentachlorphenol (PCP) und Lindan Bis Mitte der 1980er Jahre  Holzvertäfelungen, Nut- und Federverkleidungen aus Holz, Dachstühle
Glas-, Stein- und Schlackenwollen Bis 2001 Isoliermaterialien im Dachbereich und in der Fassade

1 Einbauzeit unter Berücksichtigung von Lagerbeständen, die auch nach bestehenden Verboten noch eingebaut wurden

2 Holzpflaster hautsächlich im gewerblichen Bereich wurden noch sehr viel länger mit teerhaltigen Klebern verlegt

Vorgehen bei Verdacht

Wurde das Gebäude in einer Zeit errichtet, in der mit Schadstoffen zu rechnen ist, ist auf jeden Fall zu empfehlen, das Haus von einem erfahrenen Schadstoffgutachter in Augenschein nehmen zu lassen. Denn das Risiko, das man ansonsten eingeht, ist enorm. Die Einschätzung des Gutachters zu Schadstoffen im Gebäude, und den damit verbundenen Kosten, sollten Sie unbedingt bei der Kaufentscheidung mit berücksichtigen.

Sachverständige Gutachter findet man zum Beispiel bei:

TÜV Rheinland, Am Grauen Stein; 51105 Köln Tel.-Nr.: 0221 806 5200 ; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Industrie- und Handelskammer: http://svv.ihk.de/svv/content/home/home.ihk?cid=122954

Dr. Walter Dormagen

TÜV Rheinland

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