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  • 04.07.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Gesünder Bauen > Recht

Zumutbare Maßnahmen zur Schimmelbekämpfung

Der Eigentümer einer Wohnung darf von seinen Mietern erwarten, dass sie alles Zumutbare unternehmen, um das Entstehen von Schimmel in der Immobilie zu verhindern. Dazu zählt zum Beispiel das regelmäßige Lüften. Nicht zumutbar ist es hingegen nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS, wenn ein Mieter in der Nacht seine Schlafzimmertüre geöffnet lassen soll, um einen dauerhaften Luftdurchzug zu ermöglichen. Das hat das Landgericht Bochum entschieden (Aktenzeichen I-11 S 33/16)

In einer Mietwohnung hatte sich Schimmel gebildet, dessen Beseitigung in aller Regel aufwändig und teuer ist. Eigentümer und Mieter stritten sich darum, wer denn für den Schaden verantwortlich sei. Der Eigentümer verwies darauf, er habe ein Merkblatt zum richtigen Heizen und Lüften verteilt. Der Mieter führte an, er habe sich korrekt verhalten, die Raumtemperatur bei 20 bis 22 Grad Celsius gehalten und mehrfach am Tag stoßgelüftet. Ein Gutachter stellte fest, dass die nachts geschlossene Schafzimmertüre verantwortlich für das Entstehen der Feuchtigkeit gewesen sei. Nun musste die Justiz entscheiden, ob man vom Mieter hätte verlangen dürfen, dass er bei offener Türe schläft.

Das Urteil: Die Richter des Landgerichts Bochum verneinten das. Es sei kein übliches, von einem durchschnittlichen Mieter zu erwartendes Verhalten, aus Lüftungsgründen nachts die Schlafzimmertüre nicht zu schließen. Deswegen müsse der Eigentümer für die Beseitigung des Schimmels aufkommen und könne die Kosten nicht an den Mieter weiterreichen.

Die Vermeidung und Entfernung von Schimmelwachstum in Mietwohnungen ist häufig Ursache von Streit zwischen den Parteien. Dieses Urteil stellt nur einen kleinen Ausschnitt dar! Wer ähnliche Probleme hat, sollte sich ausführlich informieren bevor er zum Beispiel einen Rechtsanwalt in Marsch setzt. Eine gute Anlaufstelle ist der Deutsche Mieterbund. Empfehlenswert, nicht nur hinsichtlich des Themas Schimmel, ist die Übersicht über aktuelle aber auch ältere Urteile, vor allem des Bundesgerichtshofs, die als höchste Instanz auch Gültigkeit haben. Bei Urteilen von Amts- und Landgerichten ist die Allgemeingültigkeit nicht so gegeben. Allerdings gibt es auch hier für juristische Laien verwirrende Urteile in die eine wie die andere Richtung. Eigentümer finden zum Beispiel bei den örtlichen Haus- und Grundbesitzervereinen Rat und rechtliche Unterstützung. 

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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