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  • 24.01.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Gesünder Bauen > Baustoffe

Innentüren - Die inneren Werte zählen

Türen unterscheiden sich im ersten Moment nur wenig. Doch die inneren Werte machen den Unterschied. Hier zählen unter anderem Schallschutz, Dauerhaftigkeit und Wohngesundheit.

Auf den ersten Blick sehen sich sehr einfache und qualitativ hochwertige Türen zum Verwechseln ähnlich. Doch es lohnt sich, näher heranzugehen und die Kanten und Oberflächen genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei wird deutlich, dass ein preiswertes Foliendekor, das etwas teurere und aber sehr widerstandsfähige Hochdrucklaminat (HPL) oder edles Echtholz-Furnier doch erhebliche Unterschiede aufweisen.Im Bemusterungszentrum, Baumarkt oder beim Holzhändler wird das nicht so offensichtlich, im täglichen Betrieb umso mehr. So sind gerade HPL-Oberflächen eine gute Wahl für Haushalte, die eine dauerhafte Oberfläche suchen und gleichzeitig das Baubudget im Blick behalten wollen.

 

Die Masse macht´s

Hochheben sollte man eine Tür vor dem Kauf auch einmal. Denn unter der Dekorschicht sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Typen noch größer. Fühlt die Tür sich ungewöhnlich leicht an, hat sie eine so genannte Wabeneinlage. Die sieht aus wie ein Eierkarton und bietet auch nicht viel mehr Schallschutz. Wer tobende Kinder im Haus hat, sollte von dieser sehr preiswerten Variante Abstand nehmen: Ein kräftiger Tritt oder eine heftige Kollision mit dem Holzroller enden nicht selten mit einem Loch in der Tür. Untere Mittelklasse sind Türen mit Röhrenspanstreifen. Das sind gelochte Pressspanstege, die in regelmäßigen Abständen das Innere der Tür aussteifen. Einen Basis-Schallschutz und gute Stabilität bieten Türen mit einer durchgehendende Röhrenspaneinlage. Statt einzelnen Stegen bildet hier eine durchgehende Platte den Kern. Aus Gewichtsgründen ist diese Spanplatte von oben nach unten mit Röhren durchzogen. Richtig gut gegen Schall schützen nur Türen mit einer massiven Holzwerkstoffplatte. Deren Türblätter sind dann aber so schwer, dass verstärkte Scharniere und zwei Personen zum Einhängen benötigt werden. Auch der Preis ist deutlich höher, nicht zuletzt weil eine Schallschutztür über ein sich automatisch absenkendes Dichtprofil an der Unterseite verfügt.

 

Mittellagen VerbundeinlageMittellagen RoehrenspanstreifenMittellagen RoehrenspankernMittellagen Vollspaneinlage

Steigende Qualität hinsichtlich Stabilität und Schallschutz, aber auch preislich. Von links nach rechts Waben-Verbundeinlage, Röhrenspanstreifen, Röhrenspanplatte, Vollspaneinlage Fotos: JELD WEN

 

Auf Schadstoffe achten

Immer mehr Hersteller nehmen ihre Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kunden ernst und lassen ihre Produkte auf Schadstoffemissionen, etwa von Formaldehyd oder flüchtigen organische Verbindungen von unabhängigen Instituten prüfen. Das ist auch gut so. Denn Innentüren nehmen eine relativ große Fläche im Raum ein. Auch beim Einbau können Schadstoffe ins Haus gelangen. Üblich ist das Ausschäumen der Zargen mit Bauschaum aus der Dose. Der Schaum kann giftige Isocyanate und andere Schadstoffe enthalten. Mittlerweile sind auch weniger giftige Produkte auf dem Markt, mittlerweile sind auch wieder frei verkäufliche Produkte zu haben. Welches Material Handwerker einsetzen, solltet ihr vorher konkret erfragen. Eine Auswahl gesundheitlich geprüfter Baustoffe bietet das Bauverzeichnis Gesündere Gebäude. Aufwendiger, aber ganz ohne Schadstoffe funktioniert die Türmontage mit speziellen Distanzschrauben, die die Türzarge in Position halten. Wer bereits unter entsprechenden Allergien leidet oder auf Schadstoffe empfindlich reagiert, für den sind Glastüren eine gute Alternative, da sie so gut wie keine Emissionen aufweisen.

 

basic mastercarre

Glastüren sind für sensitive Menschen eine Möglichkeit, zusätzliche Schadstoffemissionen zu vermeiden. Aber sie sehen auch einfach gut aus. (c) JELD WEN

 

Barrierefreie Innentüren

Gute Türen sind recht langlebige Bauelemente, 20 Jahre und länger sind keine Seltenheit. Deshalb solltet ihr bei Neubau wie auch bei der Sanierung an barrierefreie, breitere Innentüren denken. 88,5 Zentimeter Standardbreite reichen aber oft aus. Nur für breite Rollstühle oder besondere Anforderungen ist mehr nötwendig. Weniger sollte es aber auch nicht sein, schon gar nicht bei der Badtüre. In engen Bereichen sind Schiebetüren eine Lösung, wobei diese für Rollstuhlfahrer oft schwer zu bedienen sind. Funktioniert das nicht, sind so genannte Raumspartüren eine weitere Alternative: Deren geteiltes Türblatt knickt beim Öffnen ein. Der kleinere Schwenkbereich ist nicht nur für Rollstuhlfahrer eine Erleichterung. Der Einbau ist nachträglich in nahezu alle Türzargen möglich. Voraussetzung der Durchgang ist breit genug, denn die geklappte Tür benötigt etwas mehr Platz als eine normale Schwenktür.

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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