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  • 13.04.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Gesünder Bauen > Baustoffe

Kalkputz: Schimmelresistent und schadstoffarm

Innenputze fristeten lange ein Schattendasein bei Bauherren. Hauptsache preiswert eine glatte Wand, lautete das Motto. Doch Naturmaterialien wie zum Beispiel Kalkputz können deutlich mehr.

Denn für viele Bauherren und Renovierer ist ein ausgeglichenes Raumklima für das Wohlbefinden wichtig. Und da können die Putze mit Kalk als Grundlage hervorragend punkten.

Hoher PH-Wert schützt vor Schimmel

Kalkputze entziehen zudem durch ihren hohen PH-Wert Schimmelpilzen die Lebensgrundlage. So können an den kritischen Stellen wie Wärmebrücken, Zimmerecken, Heizkörpernischen und Fensterlaibungen die hässlichen und gesundheitsschädlichen Plagegeister nicht mehr wachsen. Als einziges Mittel gegen Schimmelbefall reicht das vor allem in Altbauten zwar meistens nicht aus. ist aber ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung.

Eine Besonderheit stellt Rotkalkputz dar: in ihm ist das Mineral Zeolith enthalten, das durch mikroskopisch kleine Poren die Wandoberfläche eines durchschnittlichen Raumes nach Angaben des Herstellers auf die Größe mehrerer Fußballfelder erweitert. Die als Putz oder Farbe lieferbare Beschichtung reduziert die Belastung der Innenraumluft durch Formaldehyd und flüchtige organische Stoffe (VOC).

Schichtdicke beachten

Damit ein Kalkputz seine feuchtigkeitsausgleichende Funktion auch leistet, muss er in einer gewissen Stärke aufgetragen werden. Hier sollte ihr euch vorher beim Hersteller oder einem mit dem Material erfahrenen Stuckateur informieren. Davon hängen nämlich auch die Anschlüsse zu anderen Bauteilen wie Fenstern und Innentüren ab. Normalerweise sind zwei Schichten notwendig: Der Grundputz ist etwa 5 bis 20 Millimeter stark, der Deckputz hat dann etwa 10 Millimetern Dicke. Wie genau, hängt vom Produkt ab.Kalkgrundputze können auch mit einem Oberputz aus Lehm oder mit einer Kalkfarbe gestaltet werden.

Selbermachen mit Einschränkungen

Verputzen an sich und das Aufbringen eines Kalkputzes im Besonderen sind nur was für erfahrene und ausdauernde Selbermacher. Denn was beim ausgebildeten Stuckkateur so einfach aussieht, braucht zumindest mal einiges an Übung, bevor nicht mehr die Hälfte des Materials auf dem Boden landet. Beim Verarbeiten von Kalkputz muss man zudem noch nach Herstellerangaben unbedingt Haut und Augen schützen, denn im feuchten Zustand wirkt Kalkputz ätzend. Empfindliche Oberflächen wie Glas, Keramik oder Kunststoff müssen gut abgedeckt werden.

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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