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  • 06.03.2018
  • Volker Lehmkuhl
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Gesünder Bauen > Baustoffe

Dämmstoffe und Bodenbeläge: Hersteller müssen Schadstoffwerte angeben

Zuerst für Bodenbeläge und Dämmstoffe müssen die Hersteller ab Februar 2019 Werte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) angeben. Das sind vor allem Lösemittel aber auch natürliche Stoffe, zum Beispiel Terpene, die in Holz vorkommen. Insgesamt umfasst die Gruppe der VOC mehrere hundert Einzelstoffe. Darunter unproblematische aber auch hochgilftige. Im Moment ist die Angabe noch freiwillig. Nach und nach wird die Pflicht auf weitere Produktgruppen zum Beispiel Gips oder Vollholz ausgeweitet. Hintergrund ist die Veröffentlichung einer Neufassung der Norm DIN EN 16516. Sie regelt die Messung der VOC. Das Umweltbundesamt sieht die Pflicht als Beitrag zur Markttransparenz. Wer also in Zukunft wissen will, wie viele VOC ein Dämmstoff oder ein Bodenbelag ausgast, kann in den Herstellerunterlagen nachschauen. Ganz einfach wird das aber nicht sein, denn es ist kein Hersteller gezwungen die Angaben deutlich in den Vordergrund zu stellen. Auch ist noch nicht klar, ob es ein System mit Klassen von A bis E, ähnlich wie bei Elektrogeräten geben wird, oder ob die Hersteller echte Messwerte für die wichtigsten Summenwerte angeben müssen. Das entscheidet die EU im Laufe des Jahres 2018. Wichtig zu wissen: Die Deklaration ist nur eine Erklärung, Grenzwerte gibt es keine. Zwar müssen die Werte in von der EU zugelassenen Prüfinstituten ermittelt werden, aber Label mit strengen Grenzwerten verlieren dadurch nicht ihre Berechtigung. Es wird spannend sein zu sehen, wie die Hersteller mit der neuen Pflicht umgehen. BAUBLOG.DE wird weiter berichten. 

Für Bauprofis, Händler und Hersteller, die genau wissen müssen, was es mit der neuen Norm auf sich hat und welche Konsequenzen auf sie zukommen, hat das Sentinel Haus Institut ein Hintergrundpapier zur DIN 16516 erarbeitet. Das dreiseitige Dokument kostet 85 Euro plus MwSt. und ist zu beziehen bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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