(c) Pixabay.com

  • 18.04.2017
  • Volker Lehmkuhl
  • 158
  • 0
Renovieren > Haustechnik

Trinkwasser ohne Schadstoffe

In den allermeisten Fällen hat Trinkwasser aus der Leitung eine hohe hygienische Qualität, die häufig sogar besser ist als bei Mineral- oder Tafelwässern, die man in Flaschen kaufen kann. Damit ist nicht gesagt, wie das Wasser schmeckt, denn zum Beispiel mit Chlor behandeltes Trinkwasser aus Uferfiltrat zum Beispiel in der Rheinebene im Rhein-Neckar-Raum schmeckt für mich deutlich weniger "frisch" als Wasser aus dem Bodensee.

Auch die Trinkwasserinstallationen sind in neueren Häusern nur selten die Ursache für Qualitätseinbußen. Bleirohre sind verboten und sollten eigentlich überall ausgetauscht sein.

Schwermetalle aus Armaturen

Problematisch kann Wasser sein, das längere Zeit im Wasserhahn gestanden ist. Dieses sogenannte Stagnationswasser nimmt aus dem Messing der Armatur Schwermetalle auf. Vor allem aus neuen Armaturen kann sich Nickel und selten auch Blei lösen. Denn Wasserhähne und andere Armaturen sind aus Messing, einer Metalllegierung, die eben auch diese Schwermetalle enthält.  Wie viel davon ausgewaschen wird, hängt von der Wasserqualität, aber auch von der Qualität der Legierung ab. Billige Armaturen kommen nicht selten aus Herstellerländern, in denen diese Qualität nicht oder nur unzureichend überwacht wird. In Deutschland kann man sich am Zertifikat der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs (DVGW) orientieren, die entsprechende Vorgaben macht. Besonders für Nickelallergiker und Menschen, die mit ihrem Trinkwasser möglichst wenige allergieauslösende Stoffe aufnehmen wollen, sind Armaturen auf dem Markt, die entweder unschädliche Metalle verwenden oder deren Wasserführung durch eine Kunststoffbeschichtung vom Messingkörper getrennt ist. Ein Beispiel ist die Ceramix Blue-Reihe von Ideal Standard. Bei solchen Modellen ist auch die Wassermenge, die in der Armatur verbleibt, deutlich geringer. So wird Energie gespart und die Armatur wird weniger heiß. 

Ceramix Blue c Ideal Standard
(c) Ideal Standard

Wasser laufen lassen

Wassersparen ist ok, aber nicht auf Kosten der Gesundheit. Vor allem wenn das Wasser etwas länger in der Leitung gestanden hat, solltet ihr

vor dem Trinken oder wenn ihr Wasser zum Kochen braucht, das Wasser aus dem Hahn ablaufen lassen. Und zwar so lange, bis kalt eingestelltes Wasser auch wirklich kalt und warm eingestelltes Wasser warm aus dem Hahn kommt. Feste Regeln gibt es zwar keine. Aber folgende Empfehlung passt für dieses Vorgehen ganz gut: wenn der Wasserhahn länger als 30 Minuten geschlossen war, sowie für Trinkwasser, das mehr als vier Stunden in den Leitungen gestanden ist (Stagnationswasser), und zur Zubereitung von Speisen und Getränken verwendet werden soll.

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

Mehr erfahren

Kommentare

1000 Buchstaben übrig