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  • 18.05.2017
  • Volker Lehmkuhl
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Renovieren > Sicherheit

Haustür und Fenster einbruchssicher machen

Ein Haus oder eine Wohnung ist nur so sicher wie seine schwächste Stelle. Von daher kommen Einbrecher immer noch direkt durch schlecht gesicherte Haustüren und Fenster ins Haus. Das muss nicht sein.

Wenn ihr also daran denkt, die Haustür oder die Fenster zu erneuern, berücksichtigt auch die Einbruchhemmung. Eingeteilt wird diese nach der Norm DIN EN 1627. Die frühere deutsche Bezeichnung "Widerstandsklasse" wurde durch die englische "Resistance Class" gewichen, unterschieden wird in RC 2 bis RC 6. Die Einteilung ist aber weitestgehend gleich geblieben. Für Privathäuser empfehlen die polizeilichen Beratungsstellen die Widerstandsklassen RC 2 und RC 3. Nur für besonders gefährdete Gebäude sind Zusatzsicherungen nach RC 4 notwendig, die sind dann aber schon 600 bis 2.500 Euro teurer. Geld, das man normalerweise sinnvoller an anderer Stelle einsetzen kann.

Sind die Glasöffnungen größer als 40 mal 40 Zentimeter, solltet ihr Sicherheitsglas einsetzen lassen, um Einbrechern das Leben schwer zu machen. Aushebelsichere Bänder (Scharniere), aufbohrhemmende Profilzylinder, Stahlplatten, die den Schlossmechanismus schützen, und drei, besser vier oder fünf Riegel, die in den Türrahmen eingreifen, sind bei guten Anbietern Standard oder zumindest im Programm enthalten. Eine Haustür schützt nur so gut, wie sie eingebaut ist. Deshalb solltet ihr den Einbau einem Fachbetrieb überlassen und euch die Montagebescheinigung nach den Vorgaben des Herstellers aushändigen lassen.

30 Sekunden hält ein normales Fenster stand

Bei Fenstern sind die Einteilungen der Widerstandsklassen genauso. Einbrecher sind schnell. In weniger als 30 Sekunden hebeln sie mit einem Schraubendreher ein Fenster mit einfachen Rollzapfen-Verschlüssen auf. Schwieriger haben sie es bei Modellen mindestens der Widerstandsklasse RC 2. Die haben Beschläge mit Pilzkopfzapfen, abschließbare Griffe und eine Verglasung, die Schlägen standhält. Überall dort, wo vor dem Fenster eine Standfläche ist, also auch wenn unter dem Fenster zum Beispiel eine Garage ist, ist RC 2 also das Mindeste der Gefühle. Aber auch bestehende Fenster kann man nachrüsten: Abschließbare Griffe sind eine Möglichkeit, Sicherungen, die ein Hochschieben des Rollladens verhindern eine weitere. Um die Widerstandsfähigkeit des Glases zu erhöhen, gibt es Folien, sagt die Verbraucherzentrale NRW. Absolute Sicherheit würde ich mir von diesen aber nicht versprechen.

Einbruchshemmende Schlösser und andere Sicherheitseinrichtungen sind aber nur so gut, wie die Konsequenz, mit der sie benutzt werden. Eine Tür, die nur zugezogen wird, ist kaum etwas wert. Das gilt auch für gekippte Fenster oder klapprige Kellertüren. Einbrecher nutzen immer die schwächste Stelle aus, denn für sie ist Zeit gleich Geld.

Empfehlenswert ist der Kontakt zu Beratungsstellen der Polizei. Da bekommt ihr eine umfassende und produktneutrale Beratung und je nach Bundesland sogar eine Begutachtung vor Ort. Hier gibt die Polizei Tipps zum richtigen Verhalten und Hinweise zum Einbruchsschutz und eine Suchfunktion für nächste polizeiliche Beratungsstelle

Volker Lehmkuhl

Redaktionschef

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